Ein Blockchain-Ansatz für die Hoheit über medizinische Daten
BioDataHero war ein Prototyp zum Verkauf des Zugangs zu medizinischen Daten. Das spätere Projekt Sicherlich verlagerte den Schwerpunkt darauf, die Akte im eigenen Tresor des Patienten zu verwahren.
BioDataHero war ein Prototyp für eine Blockchain-Plattform, auf der Patientinnen und Patienten entscheiden, wer auf ihre medizinischen Daten zugreifen darf, und diesen Zugriff in einer Auktion an Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen vergeben können. Ein Team entwickelte ihn beim Hackathon Sensors & {data} in Heidelberg (20. bis 22. Juli 2018); er gewann den ersten Preis für das Geschäftsmodell.
→ siehe auch: sicherlich, das Folgeprojekt
Konzept
Medizinische Unterlagen, etwa Blutwerte und Messwerte von Sensoren, gelten als Vermögenswerte des Patienten. Er erteilt und widerruft den Zugriff jederzeit. Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen bieten in einer Auktion auf den Zugriff auf anonymisierte Daten; die Vergütung erhält der Patient. Die Anonymisierung gehört zum Kern des Systems.
Umsetzung
Das Backend ist eine in Python geschriebene Blockchain. Ein Proof-of-Work-Verfahren bestätigt die Transaktionen, die den Zugriff auf medizinische Daten festhalten, ein Auktionsalgorithmus wickelt die Gebote ab. Der Code ist öffentlich: Blockchain-Kern, Projekt-Repository, Gist. Ein Video zeigt Ausschnitte des Events.
Einordnung
Der Prototyp fragte, wem die Daten eines Patienten gehören und ob sich der Zugriff verkaufen lässt. In Deutschland hat die Einführung der elektronischen Patientenakte Eigentum, Sicherheit und Einwilligung zu einer öffentlichen Frage gemacht. BioDataHero antwortete mit einem Markt. Das Folgeprojekt sicherlich geht von einer anderen Voraussetzung aus: Die Akte bleibt beim Patienten, und jeder Empfänger erhält eine widerrufbare Kopie.