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scopal affairs, Foyer

Social Engineering Exhibition

Temporal Intersections, gezeigt im Juni 2012 in Berlin. Eine Webcam erfasst Veränderungen des Lichts, wenn Besucher sich durch den Raum bewegen, und löst Klang aus, darunter dort entstandene Aufnahmen.

Eintrag vom

Social Engineering Exhibition
Social Engineering Exhibition

Social Engineering reflektiert Manipulation, Wahrnehmung sowie Interaktion und Eigentümerschaft der Rezipienten in medialen und sozialen Umgebungen.


Datum: 15.–17. Juni 2012 Ort: Berlin-Mitte, Auguststraße 89, privater Ausstellungsraum Zusammenarbeit: Christine Gottschalk, Chan Sook Soi, Daniel Herrmann

Fake Paradises – Eine Medien- und Rauminstallation. Chan Sook Choi


Manipulation of Space – Eine Erkundung von Miniaturen und 2D-Drucken. Christine Gottschalk


Temporal Intersections – Ein Raum, der die Wiedergabe seiner eigenen aufgezeichneten Echos auslöst. Daniel Herrmann


Überblick:

Temporal Intersections erkundet das Verhältnis zwischen Zeit, Präsenz und Interaktion.

Diese Installation hinterfragt herkömmliche Wahrnehmungen von Zeit und Raum, indem sie diese in partizipative Dimensionen verwandelt – geformt und verändert durch die Bewegungen und Verhaltensweisen der Besucher.

Installationsdetails:

Software: Reason 5, Quartz Composer, Automator Ausstattung: 3 Mikrofone, 1 Webkamera, 1 MacBook Pro, 1 Audio-Interface Raumgestaltung: 5 m x 2 m große Leinwandinstallation, mit schwarzem Klebeband auf gelbem Boden abgegrenzt

Konzept:

Im Herzen von Temporal Intersections liegt eine reaktive Klangumgebung. Eine Webcam nach Art einer Überwachungskamera unterteilt den Ausstellungsraum in dynamische Zonen und ist auf die Erkennung von Helligkeitsveränderungen kalibriert. Wenn ein Besucher sich durch diese Auslösebereiche bewegt, verändert seine Präsenz die Lichtstärke – und bei einem festgelegten Schwellenwert aktiviert dies bestimmte Audiosamples: Schlagzeug, Texturen oder Umgebungsaufnahmen.

Dieses System verwandelt menschliche Bewegung in eine kompositorische Kraft. Besucher choreografieren unwissentlich die Klanglandschaft und werden zugleich zu Subjekten und Mitschöpfern. Ihre Schritte und Gesten klingen als akustische Ereignisse wider, zugeordnet nicht Knöpfen oder Schnittstellen, sondern Schatten, Helligkeitsverschiebungenund unsichtbaren Grenzen.

Durch diese Interaktion hinterfragt die Installation Autorschaft, Handlungsmacht und die durchlässige Grenze zwischen Beobachtung und Teilnahme. Das Kameraauge ist nicht nur ein Überwachungsinstrument, sondern eine Wünschelrute – es spürt die energetischen Wellen der Präsenz in der Zeit auf.

  • Überwachung und Einwilligung: Der Einsatz einer Webcam und reaktiver Schwellenwerte spielt mit der Ethik der Präsenz – Besucher formen das Werk allein dadurch, dass sie gesehen werden.
  • Zeit als Erfahrung: Statt einer festen Achse entfaltet sich Zeit hier als emergenter Rhythmus – reaktiv, fragmentiert und in Echtzeit gemeinsam konstruiert.
  • Verkörperte Rückkopplung: Der Körper selbst wird zum Signal und der Raum zum Instrument.

Schematische Gestaltung der Auslösebereiche.

Klangbeispiele:

Während der Ausstellung wurden Live-Interaktionen aufgezeichnet, wodurch eine einzigartige Sammlung von Klangfragmenten entstand. Diese Samples sind Spuren – zeitliche Artefakte momentaner menschlicher Präsenz.

Streambare Ausschnitte aus SOCIAL ENGINEERING sind verfügbar und spiegeln das spontane Zusammenspiel zwischen Struktur und glücklichem Zufall, Geste und Echo wider. Sie bieten ein akustisches Eintauchen in das flüchtige Gedächtnis des Raums.

Temporal Intersections ist eine Ritualmaschine – ein Wahrnehmungsfeld, in dem Erinnerung, Licht und Bewegung sich kreuzen, um ein unwiederholbares, lebendiges Archiv zu schaffen.

Social Engineering Exhibition 2012 15.16.13

Bandcamp ↗

Social Engineering Exhibition 2012 16.14.47

Bandcamp ↗

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